Nach dem Weltuntergang | „Die Straße“ von Cormac McCarthy

Was bleibt übrig, wenn die Welt untergegangen ist? Cormac McCarthys Roman "Die Straße" ("The Road") aus dem Jahr 2006 zeigt eine düstere, post-apokalyptische Welt. Die Vegetation ist tot, Tiere gibt es nicht mehr, Städte und Dörfer sind verwaist. Nur ein paar Menschen leben noch und sie sind vor einander auf der Flucht, denn die letzten …

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Traulich und treu ist’s nur in der Tiefe | „Nullzeit“ von Juli Zeh

Sven, der Ich-Erzähler des Romans "Nullzeit" ist leidenschaftlicher Taucher und hat irgendwann einmal ein Jurastudium abgeschlossen. Das sind aber schon die beiden einzigen Gemeinsamkeiten mit der Autorin des Romans. Denn im Gegensatz zur öffentlich sehr präsenten (manchmal vielleicht überpräsenten?) Juli Zeh, die neben ihrer literarischen, politischen und journalistischen Aktivität nicht nur eine Promotion abgeschlossen hat, …

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An der schönen Oberfläche | „Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde

Wie Goethes berühmtestes Drama beginnt auch Wildes einziger Roman mit einem Dialog zwischen Gott und Teufel. Ersterer ist hier vertreten durch den Maler Basil Hallward, letzterer durch seinen alten Schulfreund Lord Henry Wotton. Hallward ist ein gutmütiger Schöpfer mal herausragender und mal mittelmäßiger Kunst und Lord Wotton ist ein zynischer, herablassender Dandy, der zu jedem …

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Die Welt aus der Sicht eines Idioten | „Serotonin“ von Michel Houellebecq

Im Jahr 2008 gab Michel Houellebecq mit einer Mischung aus Selbstkritik und Koketterie in seinem Briefwechsel mit Bernard-Henri Levy die folgende Selbstbeschreibung: "Als stilloser Autor platter Bücher bin ich nur durch eine Reihe geschmacklicher Fehlurteile zu literarischer Berühmtheit gelangt, die verwirrte Kritiker vor einigen Jahren abgegeben haben. Glücklicherweise ist man meiner kurzatmigen Provokationen seither überdrüssig …

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Maximale Entropie | „Die Versteigerung von No. 49“ von Thomas Pynchon

Thomas Pynchon, der leider nicht für ein Interview zur Verfügung stand, gilt wegen seiner Zurückgezogenheit als die große, rätselhafte Figur der amerikanischen Gegenwartsliteratur. "Die Versteigerung von No. 49" aus dem Jahr 1966 ist sein zweiter und bisher kürzester Roman. Die Hauptfigur namens Oedipa erfährt eines Tages, dass sie zur Testamentsvollstreckerin des verstorbenen Multimillionärs Pierce Inverarity …

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Überdosis Natur | „Der Defekt“ von Leona Stahlmann

Der Roman "Der Defekt" handelt von der Suche nach Akzeptanz für den eigenen Körper und die eigene Sexualität. Für die sechzehnjährige Mina gehen erotische Erlebnisse bevorzugt mit Schmerz einher. Das entdeckt sie im Zusammensein mit dem achtzehnjährigen Vetko, der in ihrer aufblühenden Sadomaso-Beziehung die Rolle ihres dominanten Gegenparts einnimmt. Mina kennt Vetko zunächst nur als …

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Dreifach destilliert | „Absalom, Absalom!“ von William Faulkner

Der biblische Abschalom aus dem zweiten Buch Samuel hat ein wechselhaftes Verhältnis zu seinem Vater, dem König David. Zunächst bemerkt er einen Inzest seines Bruders Amnon mit einer ihrer Schwestern und ermordet den Bruder aus Rache. Er muss aus seinem Elternhaus fliehen bis Davids Zorn gegen ihn verraucht ist und er Jahre später zurückkehren kann. …

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Gnadenlose Zeit | „Austerlitz“ von W.G. Sebald

@fotografie_akd Die Erinnerung an den Nationalsozialismus und seine Verbrechen, die schon 1998 von Martin Walser in seiner berüchtigten Friedenspreis-Rede als zu viel empfunden wurde, und manchem seit jeher als lästige Pflichtübung gilt, spielt für Jaques Austerlitz, die Hauptfigur in W.G. Sebalds letztem Roman, eine vollkommen umgekehrte Rolle. Austerlitz fehlt die Erinnerung, er muss sie sich …

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Die große Klage | „Doktor Faustus“ von Thomas Mann

In den mehr als siebzig Jahren seit seiner Veröffentlichung ist sicher alles über diesen Roman gesagt worden, aber trotzdem hier ein kurzer Punkt dazu. Erst das Allgemeine: „Doktor Faustus“ ist die Lebensgeschichte des Komponisten Adrian Leverkühn, erzählt von seinem Freund Serenus Zeitblom. Letzterer ist Gymnasiallehrer für alte Sprachen und drückt sich entsprechend altertümlich aus, womit …

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Die zu gute Recherche | „Der Friedhof in Prag“ von Umberto Eco

@fotografie_akd Als im Jahr 2011 "Der Friedhof in Prag" erschien, waren sich Süddeutsche Zeitung und FAZ einig, dass es sich um einen gescheiterten Roman handelte. Der Plot dieses letzten großen Werkes von Umberto Eco klingt aber zunächst eigentlich so gut, dass dieses Scheitern - wenn man sich diesem Urteil anschließen wollte - erstaunlich ist. Der …

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